CAT CONSULTANTS GMBH & CO.  |  FERDINANDSTRASSE 6  |  20095 HAMBURG  |  T 040.303744.0
scroll up
scroll down
News / Presse

IR-Trendmonitor – die Investor Relations in Bewegung.
GoingPublic (06/2007, Wolfratshausen & Die Aktiengesellschaft, Heft 13-14, Köln)

Ergebnisse der Trendumfrage bei deutschen IR-Abteilungen und -Agenturen.



IR-Trendmonitor – die Investor Relations in Bewegung.

Ergebnisse der Trendumfrage bei deutschen IR-Abteilungen und -Agenturen.

Von Thilo M. Tern, Partner, CAT Consultants GmbH & Co. –
Die IR-Branche ist wieder voll in Fahrt – nicht alleine das positive Kapitalmarktumfeld, vor allem auch Gesetzesänderungen steigern in diesem Jahr das Arbeitspensum der deutschen IR-Professionals. Der von CAT Consultants, der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor zweimal jährlich durchgeführte IR-Trendmonitor untersucht diese aktuellen Trends und Entwicklungen in der Praxis der IR-Arbeit – und liefert abermals interessante Ergebnisse.

IR-Trendmonitor als Branchenbarometer

Der IR-Trendmonitor ist eine regelmäßige, zweimal jährlich durchgeführte Online-Umfrage unter Fach- und Führungskräften aus IR-Abteilungen und -Agenturen. Er erfasst als feste Bestandteile regelmäßig Aussagen zu Budget- und Honorarentwicklungen, Gehaltsniveaus und -entwicklungen sowie die Bedeutung von Ziel- und Kundengruppen. Zudem werden aktuelle IR-Themen, Trends und Entwicklungen abgefragt. Einige interessante Ergebnisse des IR-Trendmonitors aus dem letzten Quartal 2006 in Verbindung mit einigen Vorab-Ergebnissen des ersten IR-Trendmonitors 2007 zeigen vor allem eines: Die optimistischen Stimmen in der IR-Branche nehmen zu.



Gute Stimmung bei IR-Agenturen


Deutsche Agenturen für Investor Relations blicken zuversichtlich in die Zukunft: Mehr als 47% der Agenturen erwarteten Ende 2006 für die Jahre 2007 bis 2009 ein Umsatzplus von bis zu 10 Prozentpunkten; 23% prognostizieren sogar einen noch höheren Zuwachs. Diese optimistische Grundhaltung bestätigt sich in diesem Jahr. In den IR-Abteilungen der Unternehmen ist sogar ein klarer Aufwärtstrend erkennbar: Während Ende 2006 nur knapp die Hälfte der  Unternehmens- internen IR-Abteilungen mit einer Aufstockung ihres Budgets rechnete, waren es in diesem Jahr schon über 55%. Bei den Honorar- bzw. Budgeterwartungen für das laufende Jahr bleiben die IR-Abteilungen zurückhaltender als IR-Agenturen. Letztere erwarten mehrheitlich Honorar- steigerungen, während IR Abteilungen eher gleichbleibende Budgets erwarten.



Agenturen für Investor Relations zahlen gut

Der IR-Trendmonitor des 4. Quartals 2006 hat ergeben, dass Agenturen für Investor Relations ihre Angestellten nach deren Einschätzung besser vergüten als Unternehmen ihre IR-Experten. Mehr als 30% der Angestellten in IR-Agenturen hielten ihr Gehalt für überdurchschnittlich. In den Unternehmen taten dies Ende 2006 nur 16% der IR-Professionals. Der grundsätzlich höhere Optimismus in IR-Agenturen scheint dauerhaft – auch im ersten IR-Trendmonitor dieses Jahres sahen die Befragten in IR-Agenturen ihr Gehalt eher als überdurchschnittlich an als in IR-Abteilungen. Die Mehrheit der Befragten erwartet zudem eine sehr moderate Gehaltssteigerung.

Steigende Bedeutung professioneller Zielgruppen

Die Zielgruppeneinschätzungen der Befragten in IR-Abteilungen sind relativ stabil – die Bedeutung von institutionellen Anlegern wird weiter zunehmen, gefolgt von erwartetem Bedeutungszuwachs bei Buy & Sell Side-Analysten. Anlegerschützer, Privatinvestoren sowie Inhaber von Schuld- verschreibungen scheinen – so haben die letzten beiden IR-Trendmonitore ergeben – weniger bedeutende Zielgruppen für die IR-Arbeit zu sein. Teilweise werden sogar klare Bedeutungsverluste erwartet. Bei den Kundengruppen von IR-Agenturen wurden im ersten IRTrendmonitor 2007 vor allem Bedeutungszuwächse bei den REITs, den Immobilienunternehmen sowie Finanz-, Bank- und Versicherungsinstituten erwartet.

Investor Relations an der Leine

Im letzten IR-Trendmonitor 2006 gaben IR-Experten deutscher Unternehmen mehrheitlich an, dass sie sich durch die Vielzahl gesetzlicher Vorgaben in ihrer Arbeit behindert fühlen. Gerade einmal 3% der Fach- und Führungskräfte in IR-Abteilungen waren nicht der Ansicht, dass ihr Arbeitsfeld durch eine zu starke Regulierung beeinträchtigt wird. Der aktuelle, erste IR-Trendmonitor dieses Jahres, der sich u. a. spezifisch mit den Auswirkungen des TUG und EHUG auseinandersetzt, zeigt jedoch, dass die Mehrheit der IR-Professionals mit nur überschaubaren Mehraufwand und -kosten durch das TUG rechnen – die Transparenz sich jedoch auch nur in geringem Maße erhöhen wird.

Werden die Kontakte in die Financial Community überbewertet?

Exzellente Kontakte in die Financial Community machten laut IR-Trendmonitor im letzten Quartal 2006 für 68% der IR-Manager in Unternehmensabteilungen den größten Wert eines guten IR-Mitarbeiters aus. In der praktischen Arbeit spielten aber, so die Befragten, andere Eigenschaften eine wichtigere Rolle: Nicht einmal 40% der IR-Experten benannten die exzellenten Kontakte in die Finanzwelt als eigene, wichtigste Eigenschaft. Im ersten IR Trendmonitor dieses Jahres ergibt sich hinsichtlich der Bedeutung von Kontakten als Auswahlkriterium von IR-Agenturen und IR-Beratern ein etwas anderes Bild: Nur 44% der Befragten in IR-Abteilungen sehen die Kontakte als wichtigstes Auswahlkriterium – auf Seiten der Agenturen sind es stolze 77% der Befragten.

23 May 2007 CAT