Das eigene Rating wird eher kurz abgehandelt.Börsen-Zeitung (07.09.2006, Frankfurt)
DaimlerChrysler in Berichterstattung vorbildlich – MDax-Werte hinken deutlich hinterher.
Frankfurt, 07. September 2006 – Die meisten Dax-Werte berichten über ihr eigenes Rating nur sehr knapp: Dass es besser geht, zeigt eine Untersuchung von CAT Consultants. Die Ratingberichterstattung bei DaimlerChrysler, der Deutschen Bank sowie der Deutschen Börse wird als vorbildlich gelobt. Im MDax ist die Ratingkommunikation dagegen noch ein Randthema.
Bei den Dax-Gesellschaften taucht das Wort „Rating“ im Schnitt elf Mal im Geschäftsbericht auf. Während im Börsenoberhaus 87% der Unternehmen auf ihr Rating eingehen, sinkt dieser Wert bei den MDax-Mitgliedern auf 42%. Hier seien Hannover Rück, Postbank und Fresenius vorbildlich. Die nichtnotierten Gesellschaften berichten über ihr eigenes Rating in der Regel nur, wenn sie Anleihen begeben haben. Überwiegend wird dieses Thema in den Lageberichten abgehandelt, allerdings in stark differierendem Umfang. Rating, so CAT Consultants, ist noch ein Randthema der Investor Relations. Der Umfang eines Dax-Geschäftsberichts ist inzwischen auf gut 180 Seiten gestiegen. Das Rating wird in der Regel auf weniger als einer halben Seite abgehandelt. Häufig werde das Ratingurteil ohne weitergehende Kommentierung angegeben. Auf ihren Glossarseiten erklärten zudem die wenigsten Unternehmen den Begriff. Vor allem Finanzinstitute und anlagenintensive Unternehmen kommentieren die Ratingthematik sehr umfassend. Dies erfolgt vor dem Hintergrund eines hohen Refinanzierungsbedarfs. In der Ratingeinschätzung manifestiert sich die Risikoeinschätzung für die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Insofern ist die Ratingeinschätzung primär für die Fremdkapitalgeber wichtig. Aber über die Rückwirkung auf die Fremdkapitalkosten werde auch der Unternehmenswert durch Ratingurteile mit beeinflusst, so dass diese Thematik auch für die Eigenkapitalgeber/Aktionäre wichtig sei. Für die Ratingberichterstattung gibt es aus der Sicht von CAT Consultants konkrete Qualitätskriterien. So sollte der Berichtsumfang mindestens eine Dreiviertelseite umfassen. Die lang- und kurzfristigen Ratingurteile sowie das Vorjahresrating sollten transparent in einer Tabelle ausgewiesen werden. Außerdem sollten die Unternehmen auf die Vor- und Nachteile, die eine aktuelle Ratingeinschätzung mit sich bringe, eingehen. Erläutert werden sollten auch die Maßnahmen, die das Unternehmen ergreifen will, um ein bestimmtes Rating (in der Regel Investment Grade) zu erreichen oder zu halten. Häufig bestehe hier eine Unklarheit von Ursache und Wirkung. So könne es für die Aktionäre durchaus positiv sein, wenn ein Unternehmen nicht nur seine freien Mittel „bestandssichernd“ halte, sondern in weiteres Wachstum investiere. Untersucht wurden alle Dax- und MDax-Werte sowie 35 weitere Großfirmen.
26 Sep 2006 CAT